Fest van Cleef 2010

Juni 8, 2010

Sind wir doch mal ehrlich: Im Sommer gibt es doch schon mehr als genug Festivals. Und zu dieser ganzen Festivalkultur mit Zeltanzünderei, Schlammschlacht und Blankziehen hat das Fest van Cleef sowieso nie so richtig gepasst… (Okay, Blankziehen schon ein wenig, oder? Die Red.)

Zum fünften Festival-Geburtstag zieht „das deutsche Lollapalooza“ (Zitat: Sven Regener) deshalb vom Sommer in den Dezember, und dann auch noch von draußen nach drinnen. Aber keine Angst: so eine eklige Indoor-Veranstaltung, wo man stundenlang in einer ungemütlichen Halle rumhängen muss, und das Bier 4,50€ plus Pfand kostet, wird das trotzdem nicht. Da sorgen wir für.

Helfen dabei werden uns bisher:

Kettcar
Gisbert zu Knyphausen (solo)

und zwar in folgenden Städten und Austragungsorten:

10.12. Berlin – C-Halle
11.12. Mainz – Phönixhalle
12.12. Bielefeld – Ringlokschuppen

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Unter http://www.smashingpumpkins.com/ findet sich ein weiterer kostenloser Song vom kommenden 44-Song-Projekt der Smashing Pumpkins.

Hameln. Appetit auf handgemachte Musik aus der Region – und damit auch noch Gutes tun? Mit einem Benefizfestival zugunsten der Welthungerhilfe sorgte der Regenbogen nun für einen vollen Konzertsaal im Kulturzentrum an der Erichstraße.
Den Abend eröffneten Sushi Blub Fish, die sich musikalisch zwischen Punkrock und Nu-Rock mit deutschen Texten bewegen. Schönen, einfühlsamen Pop mit rockigen Elementen lieferten anschlißend die Crash Kids aus Hameln. Als dritte Band standen The Little Allegation auf der Bühne, sie brachten interessante Melodien mit, die auch im Gedächtnis der Zuhörer blieben. The High Pressure System boten danach ein ordentliches Rock-Pop-Funk-Gewitter, funky Bassgrooves, grollende Gitarren und ein Beat, der in die Füße geht – spätestens bei „Papa’s Back“ hielt es keinen mehr auf den Sitzen.
Mit ihrem selbst ernannten „Auf-die-Fresse-Pop“ folgten die Drei Akkorde Superstars, die keine Unbekannten mehr in Hameln sind und neuerdings selbst in den USA auf sich aufmerksam machen: Ihr Song „How to Rock“ ist vor kurzem erst auf dem US-Sampler „Vs. the World“ erschienen: knackiger Rock, aber auch Pop und vor allem viele Gute-Laune-Klänge bilden den Hintergrund für die Songs der Pyrmonter Musiker. Die Band Before I die tischte schließlich eine ordentliche Portion Hardcore auf, die vom Publikum auch sehr gut angenommen wurde. Die junge Alternativerockband And aus Bad Pyrmont präsentierte daraufhin Rock vom Feinsten. Den Abschluss bildeten dann Murder by the Way mit einer Mischung aus Metal und Southern Rock.

Talco

Oktober 15, 2009

Ska-P war seinerzeit ein Phänomen, bei dem man dachte das es sich nicht wiederholen kann. TALCO aus Venedig machen sich aber momentan daran, dies zu wiederlegen. Die Italiener bieten eine exxplosive und vor allem schnelle Mischung aus Ska, Punk und Patchanka, der vor allem Live mehr als nur ein bisschen knallt. Im Oktober sind sie mal wieder für ein paar Shows bei uns in Deutschland!

22.10.09 D / Augsburg / Mahagoni Bar
23.10.09 D / Altenmarkt / Libella
24.10.09 D / Hannover / Chez Heinz
26.10.09 D / Köln / Sonic Ballroom
27.10.09 D / Lörrach / Altes Wasserwerk
28.10.09 D / Bad Hersfeld / Zigeunerkeller
29.10.09 D / Potsdam / Waschhaus
30.10.09 D / Hamburg / Indra Club
07.02.10 D / Berlin / SO36

Es regnet, es regnet, die Erde wird nass…

Es war nass, sehr nass, um genau zu sein war unendlich schlechtes Wetter! Die Waldbühne in Northeim ist zwar ein großartiger Festivalplatz, aber der Regen hat alles mies gemacht. Als Gisbert zu Knyphausen am späten Nachmittag als Erster die Bühne mit seiner Band betrat, begann es zu regnen. Bei Tomte, die gegen 22Uhr dran waren, hörte es kurz auf. Ging dann aber bei Element of Crime wieder los. Es schwankte zwischen heftigen Schauern, Sprüh-, Faden- und ganz normalem Tropfenregen. Es wurde von Stunde zu Stunde kälter, vielleicht auch, weil man mittlerweile nasse Füße hatte. Zuerst sah es alles noch sehr lustig aus; die ganzen Menschen in den übergroßen Regencapes oder besser Regentüten. Viele Farben waren vertreten: gelb, blau, lila, schwarz, transparent… Doch irgendwann machte der Regen einen mürbe und die Capes wurden nun nicht mehr kostenlos verteilt, sondern mussten bezahlt werden. Wer sich dann dachte, eine Pommes oder Pizza könnte von innen wärmen, musste für kleine Portionen tief in die Tasche greifen. Für ein Indiefestival waren die Essens- und Getränkepreise eindeutig zu hoch!

Ach ja, Musik gab es ja auch noch! Darum geht es ja auch eigentlich bei einem Festival und das können die Herren auch am Besten. Wie gesagt, Gisbert zu Knyphausen spielte das Publikum mit seiner Band warm. Danach waren Muff Potter dran, die konnten dort weitermachen und erzählten zudem noch nette Anekdoten. Wo sie schon alles im Harz gespielt haben, wo sie nicht mehr so erwünscht sind und in welcher Jugendherberge sie sogar Hausverbot haben. Die Kilians brachten das Publikum dann noch etwas zum Tanzen und bei Why? wurde einem eh ganz heiß, wenn man ihren Texten aufmerksam gelauscht hat. Tomte und Element of Crime waren am Ende die beiden, die im Dunkeln spielen konnten. Der Regen sah im Scheinwerferlicht sehr schön aus. Und in Kombination mit Tomtes „Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören“ und Element of Crimes ruhigen Klängen und Sven Regeners Trompete hatte das ganze sogar etwas Beruhigendes. Den ganzen Tag hatte man sich über das Wetter geärgert, aber in diesen kleinen Momenten war kurz Ruhe im genervten Kopf.

Als kleine Besonderheit kam zwischen den Bands Thees Uhlmann auf die Bühne und hatte für jede Band ein kleines Gedicht vorgetragen. Sehr erheiternde und lobsingende Gedichte. Die mögen sich scheinbar wirklich alle sehr untereinander. Das freut einen beim Zuschauen. Nur einen Spruch hätte er nicht sagen sollen: „Es regnet doch fast gar nicht mehr. Und in 10 Jahren könnt ihr euren Kindern erzählen, wie ihr in Northeim auf dem Fest van Cleef ward und es die ganze Zeit geregnet hat.“ Und bis dahin liegen alle Besucher des Northeimer Fest van Cleefs mit ner Erkältung im Bett und hören sich „Sommertag“ von Gisbert zu Knyphausen.

http://www.triggerfish.de/

August 31, 2009

Sondaschule / Mofa – Hameln – 04.04.09

Hameln. Der Frühling steht vor der Tür und so luden gute Laune und gute Musik zum Konzert der Reihe „Schräg und Laut“ am Freitagabend in der Sumpfblume ein.

Häufig wird die Ska-Punk Formation Sondaschule wegen ihres Bandnamens unterschätzt, bei dem viele einfach an stumpfen Deutschpunk denken. Doch weder das eine noch das andere steht auf dem Programm. Das Hauptfach der Sondaschüler heißt eindeutig gute Laune, und das merkt man schon, als die Band in weißen Anzügen und schwarzen Hemden die Bühne betritt. Ihre Texte der Musiker sind komplett auf Deutsch geschrieben und meist mit einem ironischen Hintergedanken. Spielfreudig gibt sich die Band an diesem Abend, das liegt aber auch am sehr charismatischem Frontmann „Costa Cannabis“, der einfach mit jedem um die Wette strahlte, das Mikrophon dem Publikum überließ und pure gute Laune verbreitet. Gefeiert werden die Hits von allen drei Alben, sei es „Pommesbude“ oder „Alles Gute.“ Und mit einer vorausgeschickten Entschuldigung singen die Musiker zum Playback das Lied „Mein Penis“ ohne selbst dabei peinlich zu wirken. Klasse! Und genau das zeigt, dass die Sondaschule bereits ziemlich hoch in der deutschen Ska-Punk-Szene anzusiedeln ist. Sollten die Ärzte mal irgendwann in Rente gehen, wären Sondaschule wohl ein potentieller Nachfolger aus der Schublade der Spaßmusik.

Begonnen hatte der Konzertabend mit der Punkband Zornich, die ihren Namen alle Ehre machten. Dann versuchte sich die Anfang 2008 gegründete Band Mofa auf der Bühne. Punkrock, auch mit deutschen Texten, gemixt mit einer Portion Indie, Rock und einer Priese Pop, der gelegentlich an die Anfänge von Tocotronic erinnerte. Im klassischen Trigema Tennis-Outfit legte die Band auch recht ordentlich los. Schade, dass das Publikum die Musik schlecht annahm, hat die Band doch den Förderpreis der Rock City Hamburg e.V. gewonnen.

August 31, 2009

Hameln. Neuer Name, neue Scheibe, neue Wege: Auch wenn die Folk-Rock-Gruppe OffLimits jetzt vieles anders macht, Traditionen wie das alljährliche Gastspiel in der Sumpfblume allerdings behalten die Musiker bei. Das mag man mögen oder auch nicht.

Bei ihrem jüngsten Hamelner Auftritt am Freitagabend legen sie ein ordentlich wirkendes Konzert hin. Und: Je später der Abend, desto qualitativer die Gäste – denn mit zunehmender Spieldauer wird die Liveband deutlich besser. Kaum eine andere Gruppe versteht es, so viele verschiedene Menschen anzusprechen, von der 60-jährigen Alt-Rockerin bis zum 16-jährigen Folk-Punk.

Fast pünktlich beginnen Marco Neumann (Whistles, Gesang), Marcus Friedeberg (Gitarre, Gesang), Anne Hoeltzenbein (Geige), Mark Winkler (Bass) und Jörg Müller (Drums) mit ihrer Show. Getragene irische Melodien, keltische Weisen und jede Menge Rock machen ihren Stil aus. Klassische Folk-Stücke stecken sie ins Groove-Kleid, um die rockige Lederjacke darüberzustülpen. Neben diversen Eigenkompositionen erstaunt das Cover von New Model Army.

Den Songs ist die Liebe zur handgemachten Musik anzuhören, und so stellen OffLimits eindrucksvoll unter Beweis, dass auch völlig verschiedene musikalische Backgrounds keine Hindernisse darstellen.

August 31, 2009

Schelmish + Feuerschwanz – Hameln 10.10.08

Hameln. Am vergangenen Freitag luden die Spielmannsleute der Bands Schelmish und Feuerschwanz zum Mittelalterspektakel in der Sumpfblume ein. Diesem Aufruf kamen viele der Fans der Mittelaltermusik nach und kehrten zu Met und Gesang in der recht gut gefüllten Sumpfblume ein.

Bestens gelaunt und voller Energie betraten die „schelmishen“ Spielleute die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas mit rockigen Klängen. Bei dem neuen Album „Wir werden sehen“ mag man freilich nicht auf Dudelsack und Schalmei verzichten, dennoch bewegt sich das Album hauptsächlich in Richtung Metall und Rock.

Nach dem ersten Stück begrüßte Sänger und Dudelsackspieler Deskto das Publikum und geht mit gewohnter Selbstironie „Wir sind fett, Wir sind hässlich, Wir sind asozial, Wir sind Schelmish“ vor. Und was darf auf keinen Fall bei einem Schelmish-Konzert fehlen? – die bekannte Tanz- und Stripeinlage von Dudelsackspieler Luzi an der mobilen GoGo-Stange, die das Publikum frenetisch begeisterte. Man merkt der Band förmlich an, dass sie richtig Spaß hat. Zwischen den Liedern wurden immer wieder lustige Anekdoten und Geschichten erzählt. Bei Lieder wie „Tanz mit mir“ oder „Der letzte Kuss“ tobt es nicht nur auf der Bühne, sondern auch davor und nach über 90 Minuten und mehreren Zugaben verabschiedeten sich die Schelme schweißgebadet unter riesigem Applaus nach einem mehr als gelungenem Abend.

Den Support spielte die mittelalterliche Comedy Folk Truppe Feuerschwanz, des Hauptmanns Geiler Haufen, einem Nebenprojekt aus Musikern von Fiddler`s Green und Merlons Lichter. Dargeboten wurde feucht-fröhliche Mittelalterjahrmarktmusik unterstützt von Flöten, Geigen, Trommeln und Gitarren. Wer aber Romantik und Minne erwartete, wurde doch durch die teils recht derben Sprüche und Texte über das zügellose Raubritterleben eines Besseren belehrt, begleitet von reichlich „Met und Miezen.“ – das gleichnamige Album. Somit war es leicht, das Publikum geschlossen hinter sich zu vereinen und es wurde einfach nur gefeiert, geklascht und gefeixt, was sogar mit einer Zugabe für die Vorband honoriert wurde.

August 31, 2009

Neuser + Support – Hameln – 18.04.08

Hameln. Der Titel der Single die Neuser vor 2 Jahren deutschlandweit ins Radio brachte, ist nun Programm. „ Von vorn anfangen“ – Nach einem Jahr mit dem Großkonzern Universal schien das Maß an Unpersönlichkeit weit überschriten worden zu sein und man entschied sich für den D.I.Y.-Weg. Nun sind Neuser eine Indieband, mit Indiesound, eigenem Label und selbstveranstaltenten Konzerten, und so machte die Indieband am Freitagabend Station in der Sumpfblume.

Die Band ist bereit und legt sofort los. Sänger Henning Neuser singt von Gefühlen und Geschichten, die man ihm glauben möchte und warscheinlich auch glauben kann. „Macht Lauter“, neben „Autopilot“ das einzige Stück der Platte „Selbstauslöser“, welches sich nicht um Liebe und Beziehung dreht, erzählt von Fehlern, der eigenen Unvollkommenheit, ohne dabei ein Blatt vor dem Mund zu nehmen. Hört man genau hin findet man sich schnell in den blumigen Textzeilen, der bildlichen Sprache, der Melancholie, Traurigkeit und der trotzigen Hoffnung wieder. Gefühlvoll wird man in eine Welt gezogen, die man sonst meidet, weil sie Tränen hervorruft, Erinnerungen weckt, an welche man nicht mehr denken wollte.

Neuser vereinen alles, was ein gutes Indie Pop/Rock Konzert so braucht. Sänger und Gitarrist Henning Neusers Stimme wirkt mal zerbrechlich und mal fröhlich-rockend. Tastenakrobat Philipp Sutter entlockt seinen Instrumenten unglaublich klare und knackige Keyboardmelodien. Tim Rashid und Michael Klaukien würzen das gesamte Gebilde dann noch mit treibenden und einfachen Bass- und Schlagzeugrhythmen.

Das Konzert der Kölner überzeugt durch starke, eingängige Melodien, ausgefeilte Texte und Ehrlichkeit und genau das ist die Chance von Neuser sich vom eher mittelprächtigem Image zu befreien. Die Band ist jedenfalls stark und gefühlvoll.

August 31, 2009

Hellfest Tour 2008 – Hameln – 22.02.2008

Hameln. Längst nicht so trüb wie der Himmel über Hameln war die Hellfest-Tour, die am Freitagabend im Kulturzentrum Regenbogen Station machte – auch wenn der Konzertmarathon besser hätte besucht sein können.

Als Headliner des Abends wurden The Sorrow aus dem österreichischen Vorarlberg auf die Bretter geschickt. Der Newcomer konnte ordentlich einheizen und zeigen, dass die Songs des Debütalbums „Blessings from a blackend sky“ auch live wunderbar funktionieren. Der versuchte Circle Pit wollte aber nicht so wirklich funktionieren, dennoch ist die Bühnenpräsenz für eine so junge Band bereits recht beachtlich. The Sorrow haben auf jeden Fall Potenzial. Aber um mit den Großen der Szene mitzumischen, müssen sie sich noch ein paar mehr Show-Skills zulegen.

Kein Core, kein Death, einfach nur geradeaus, laut, hart und erbarmungslos zeigten sich Grantig aus München zum Auftakt. Ihre Songs sind energiegeladen und kommen präzise auf den Punkt, sodass trotz mangelnder Vielfalt jeglicher Langatmigkeit vorgebeugt wird. Würden Pro-Pain, Black Label Society und Pantera ihre Alben untereinander mischen und ins Deutsche übersetzen, könnte das Ganze in etwa so klingen. Dennoch: Die Band wird noch hart an sich arbeiten müssen, um den gehobenen Standards der modernen Metal-Szene dauerhaft gerecht werden zu können. Die guten Ansätze sind auf „So muss es sein“, ihrem Debütwerk, schon weitestgehend überzeugend umgesetzt.

Auch Misery Speaks aus Münster legten gleich furios los. Bereits der zweite Song wurde als Möglichkeit zum Circle Pit angekündigt und so konnten schon einige Besucher mehr animiert werden. Musikalisch ging es ein bisschen mehr in die Richtung melodischer Death Metal.